Die bunten Häuschen von Bosa

Sardinien: Tipps für eine perfekte Rundreise

by Angela
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Träumt ihr gerade von einem Abenteuer in der Karibik Italiens? Dann los! In diesem Artikel findest du alle meine Tipps, um eine Rundreise durch Sardinien zu planen.

Letzten Sommer hatte ich eine klare Idee: nach Sardinien zu verreisen! Wie immer hatte ich vor der Reise viele Fragen:

  • Wann soll ich am besten nach Sardinien fliegen?
  • Wie viele Tage soll ich in jeder Unterkunft verbringen?
  • Welche Aktivitäten und Ausflüge plane ich am besten?

Nach vielen Recherchen sind wir endlich losgeflogen! Es stellte sich heraus, dass die geplante Reiseroute durch Sardinien eine perfekte Mischung aus wunderschönen Stränden, malerischen Städten und leckerem Essen ist. Unsere Erwartungen wurden ohne Zweifel übertroffen!

Hier gebe ich euch die wichtigsten Tipps, die auch euch helfen werden, eine unvergessliche Erfahrung im meinem Land zu erleben.  

1. Sardinien Tipps: Die beste Reisezeit

Nie in der Hochsaison! Sardinien ist sowohl bei Italienern als auch bei Ausländern als Urlaubsort beliebt. Die Italiener fahren meistens im Juli und August in den Urlaub. Also warum nicht die Insel im Mai/Juni entdecken? Wenige Touristen, freie Straßen, super Wetter und vernünftige Preise bei den Unterkünften!

2. Reisedauer für eine Sardinien Rundreise

Sardinien ist sehr groß: um die ganze Insel in Ruhe zu entdecken, braucht man locker einen Monat. Für die üblichen 2 Wochen/20 Tage Urlaub, empfehle ich, euch auf einen Teil der Insel zu beschränken. Zum Beispiel im ersten Jahr den Norden und später mal den Süden.

EMPFEHLUNG: mindestens 3/4 Nächte in jedem Ort verbringen.

Jede Ecke hat was Besonderes zu bieten: karibische Strände, nette Dörfchen und Ausflugsmöglichkeiten. Nehmt euch Zeit, um in die sardische Kultur einzutauchen, und die Schönheit dieser Insel zu genießen. In 20 Tagen z.B. habe ich den Nordteil der Insel bereist, und habe 3 Tage in jeder Unterkunft übernachtet.

Blick von der Maddalena Insel

3. Sardinien Tipps: Fliegen oder Fahren

Fliegen

Nachdem ich geflogen bin, würde ich das Fliegen definitiv empfehlen: schnell, günstig und problemlos. In Sardinien kann man zwischen drei Flughäfen wählen:

  • Olbia im Nordosten
  • Cagliari im Süden
  • Alghero im Nordwesten

Eine konkrete Empfehlung kann ich euch nicht geben, denn letztendlich kommt es ganz darauf an, in welcher Region der Urlaub beginnen soll. Was ich immer mache: das Flugangebot bzw. den Preis entscheiden zu lassen.

oder Fahren+Fähre?

Die zweite Möglichkeit ist mit dem Auto oder dem Zug bis nach Genua oder Livorno zu fahren und dann mit der Fähre. Von Süddeutschland bis nach Genua und Livorno braucht man ohne Pause und gutem Verkehr ca. 8 Stunden, dann mit der Fähre nochmal 6-7 Stunden.

Dieser Weg könnte eine Möglichkeit sein, um einen Zwischenstop in Italien zu machen. Auf dem Weg nach Genua kann man ein paar Tage in Como oder Mailand verbringen. In Richtung Livorno kommt man an Verona, Bologna, Modena, oder dem wunderschönen Firenze vorbei.

Wie gesagt, ich bin geflogen: mit unserer kleinen Tochter war das am einfachsten. Viele detaillierte Infos könnt ihr auf dieser Website finden.

4. Sardinien Tipps: Auto oder Motorrad ist notwendig

Bei einer Rundreise durch Sardinien, kann man auf ein Auto/Motorrad nicht verzichten. Viele paradiesische Strände und Buchten sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Daher, wenn ihr die Option „Fliegen“ ausgewählt habt, nicht vergessen rechtzeitig ein Auto zu buchen. Spontan vor Ort gibt es wenige Chancen, einen günstigen PKW zu finden.

Urlaub auf Sardinien kann auch schöne, unerwartete Momente bescheren

5. Sardinien Tipps: Kleine Inseln und Buchten erkunden

Eine, oder auch mehrere, Tagesausflüge mit dem Motorboot solltet ihr absolut in eurer Route einplanen. Die Ausflüge auf das Maddalena Archipel und an den Golf von Orosei waren für mich die absoluten Highlights der Reise. Mit dem Boot hat man die Möglichkeit, einsame Buchten mit feinstem Badestrand zu entdecken. Ich verspreche, dass es absolut sehenswert ist.

Man kann entweder an einem organisierten Ausflug mit Mini-Kreuzfahrtschiffen teilnehmen oder ein Schlauchboot leihen. Ich habe beide Optionen probiert, beide haben Vorteile und Nachteile, daher muss jeder für sich selbst entscheiden.

VorteileNachteile
Organisierte Bootstour+ man bucht und man muss an nichts mehr denken, sogar Mittagessen wird an Bord serviert, oft ist auch der Transport von Hotel zum Hafen arrangiert– viele Leute
– keine Flexibilität
Schlauchboot ausleihen + Flexibilität
+ wenige Leute
– die Route muss man selber organisieren, das Wetter checken, Essen/Trinken mitbringen
Ausflug mit dem Motorboot am Golf von Orosei

4. Sehr wichtiger Tipp: Essen in Sardinien

Die allererste Empfehlung: essen in einem „Agriturismo“ auf dem Land! Die Hauptzutaten dieser Familienbetriebe sind Hausmannskost, große Portionen und landwirtschaftliches und freundliches Ambiente. Meine Erfahrung: die Agriturismi sind ab und zu durch kleine und verwinkelte Straßen zu erreichen. Sei geduldig und bereit, den falschen Weg zu fahren, es wird sich lohnen. Versprochen!

In diesen drei „Agriturismi“, haben meine Familie und ich am besten gegessen:

  • La Tegghia, Loc. Stazzo La Tegghia, 485, 07020 Aglientu OT – 10 Minuten mit dem Auto von Santa Teresa di Gallura (2. Station unserer Rundreise);
  • Agriturismo Saltara Località Saltara, 07028 Santa Teresa Gallura OT – 15 Minuten mit dem Auto von Santa Teresa di Gallura:
  • Muru Idda, San Lorenzo, 08020, Budoni, OT – 20 Minuten mit dem Auto von San Teodoro (4. Station unserer Rundreise).
Abendessen in einem Agriturismo in Gallura

Zweite Empfehlung: die typischen Gerichte aus Sardinien kosten

Fangt eure Abendessen mit einer Nudelsorte aus Sardinien an:

 – Culurgiones: eine Art von Ravioli, gefüllt mit Kartoffeln, Käse und Minze und serviert mit frischer Tomatensauce, mit Basilikum oder Ragú. Sie sind typisch für die Region Ogliastra (5. Etappe unserer Rundreise) und ohne Zweifel mein Lieblingsgericht der ganzen Insel.

Malloreddus: muschelförmige Gnocchi, die aus Hartweizengrieß und Wasser zubereitet werden.  In ganz Italien werden unter dem Namen „gnocchetti sardi“ verkauft. Sie werden mit unterschiedlichen Soßen kombiniert, die klassische Version ist aber mit Salsiccia-Ragout: das berühmte Rezept „Malloreddus alla campidanese“.

 – Fregola: eine kleine Pasta, die aus kleinen Kugeln aus Hartweizen und Wasser besteht, von Hand verarbeitet und im Ofen geröstet. Wegen seiner Ähnlichkeit zu Couscous gilt Fregola als die italienische Version der beliebten nordafrikanischen Speise. Obwohl sie auch mit vielen Soßen kombiniert wird, ist sie für die Zubereitung von Fischgerichten geeignet.

Das Abendessen geht weiter mit einem Stück „Porcetto“ oder „Porceddu“, das Nationalgericht der Sarden: das Ferkel. Ansonsten kann man ein Teller mit typischen Schafskäse bestellen.

Natürlich darf auf dem Tisch „Pane Carasau“, das knusprige und dünne Brot aus Sardinien, nicht fehlen. Und schließlich als Nachspeise genießt man die köstlichen Seadas: frittierte Ravioli gefüllt mit Käse und mit Honig beträufelt. Als allerletztes bekommt man normalerweise als Dankeschön ein Glas Mirto: ein leckerer, süßer Myrtenlikör.

6. Sardinien Tipps: Nicht nur Strände

Auf die wunderschönen Strände muss man auf keinen Fall verzichten, aber es lohnt sich, eine Pause von der Bräune zu nehmen, um die Insel besser zu erkunden. Hier ein Paar Ideen für eure Reise:

Kleine Dörfchen

Zum Beispiel war Orgosolo für mich eine echte Überraschung. 20 Km von Nuoro entfernt, ist das Dorf ist für die Legenden der Banditen und für seine farbigen Murales bekannt. Die Wände seiner Häuser sind mit hunderten von Wandgemälden geschmückt. Es geht nicht um dekorative Wandbilder, sondern um eine Botschaft an die Menschheit. Diese sardischen Murales zeigen eine neue Form der urbanen Dekoration, jedoch ist sie in den meisten Fällen eine kollektive Kritik an der Politik und an den sozialen Ungerechtigkeiten und regt seine Betrachter täglich zum Nachdenken an. Orgosolo liegt in der Barbagia (in Provinz von Nuoro).

Bosa, Caltersardo und Posada sind auch drei sehr kleine und authentische italienische „Borghetti“ (Dörfchen), die wir während unserer Rundreise besucht haben. Inspirationen für den Besuch eines Dörfchens kann man in diesem Artikel über die Region Sardinien finden.

Sardische Murales in Bosa

Wanderwege

Sardinien bietet Reisenden viele Wanderrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Gebirge in der Region Barbagia im mittleren Osten Sardiniens sind bei Wanderern sehr bekannt. Hier findet man interessante Infos über Wanderungen in Sardinien.

Kultur von Nuraghi

Die Nuraghi sind eine wichtige Spur der antiken sardischen Zivilisation, die über acht Jahrhunderte lang auf Sardinien gelebt hat. Die Funktion der Nuraghen ist noch nicht klar: Wachtürme, Stätten heiliger Rituale, prähistorische Versammlungsräume. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass die Nuraghen unterschiedliche Funktionen hatten, je nach dem an welchem Ort oder Umfeld sie sich befanden. Auf der Insel sind mehr als 7000 Nuraghen vorhanden, praktisch überall: ein Besuch lohnt sich , um in die Atmosphäre der Bronzezeit  einzutauchen.

Die Nuraghe Losa

Dann los geht´s!

Hoffentlich haben meine Empfehlungen euch geholfen, eine traumhafte Erfahrung in meinem Land zu haben. Habt ihr andere Fragen oder sogar andere Tipps?

Gute Reise! Angela

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